DIE GROSSE FEHDE
Ein Roman aus dem Dortmunder Krieg von 1388/89
 
 
 

DIE GROSSE FEHDE - Interview mit BERT BERNHARD:


 
Q: Bert, warum ausgerechnet Dortmund?

BERT: Ich bin in Dortmund geboren und erst nachdem man so viele Jahre
von dort fort ist, besinnt man sich seiner Heimatstadt. So bin ich immer ein
Borussia Dortmund Fan gewesen,  oder besser gesagt: geblieben. (Da ich
das alles aber nicht allzu ernst nehme, hoffe ich doch sehr, dass mir die
Schalke 04 Fans verzeihen moegen. In dem Jahr, als Borussia die Champions
League gewonnen hatte, holte sich Schalke 04 den UEFA Cup. Ich glaube,
das war etwas Gutes für das gesamte Ruhrgebiet.)… Ich habe mich dann
viele Jahre mit der Dortmunder Stadtgeschichte beschäftigt. Und ob ich
nun in Irland, England, oder Amerika  lebe, bzw. gelebt habe…
ich habe mich immer als Dortmunder gefühlt.

Q: Das beantwortet aber noch nicht die Frage…

Bert: Ich habe in meinen Recherchen festgestellt, dass Dortmund im
Mittelalter nicht nur eine sehr bedeutende Stadt war, sondern auch
für viele Fachleute DIE Hansestadt überhaupt. DIE GROSSE FEHDE, der
Dortmunder Krieg von 1388/89, findet in den Geschichtsbüchern kaum
Erwähnung, obwohl  diese Auseinandersetzung bedeutungsvoll für die
Entwicklung der freien Städte war.  Als ich das Buch den Verlagen ange-
boten habe, hat man mir nicht glauben wollen, dass es sich um eine
wahre Begebenheit handelt… unter dem Motto: Ich habe noch nichts
davon gehört, also hat es auch nicht stattgefunden.

Q: Warum wurde das Buch nicht von einem Verlag herausgebracht?
War oder ist es so schlecht?

Bert: Ich schreibe ja auch andere Dinge... Reiseberichte, Artikel etc.
und bin auch ziemlich auf Satire und Sarkasmus getrimmt. Und dann
...recht unerwartet... ein historischer Roman. DIE GROSSE FEHDE
wurde in der ersten Fassung bereits 1993/94 geschrieben.  Und
das Buch wurde von einem Agenten übernommen UND von zwei
namhaften Verlagen angenommen…aber unter
Bedingungen, die ich nicht akzeptieren konnte und wollte.

Q: …Die da waren?

Bert: Denen gefiel der Schluss nicht so sehr. Da muss doch ein stimmiges
Happy-End hin, hiess es. Mein Ende ist nicht unbedingt unhappy, aber offen.
Und ich glaube weiterhin, dass der Schluss so sein soll und habe diese gefor-
derten Änderungen abgelehnt. Lieber nicht veröffentlichen, als mir von einem
wichtigtuerischen Lektor die Story versauen zu lassen.

Q: Gab es noch weitere Einwände?

BERT: Manche Beschreibungen, so hiess es, wären zu detailliert und zu
dokumentarisch. Aber genau das macht doch meine Geschichte aus: Die
gesamte Rahmenhandlung und die Mehrzahl der Personen haben zu der
Zeit tatsächlich gelebt und gehandelt. Ich wollte keinen historischen Krimi-
nalroman, was ja soooo „In“ ist, schreiben, aber auch keine reine Dokumen-
tation. Es ist halt eine Mischung geworden mit Tendenz zum Roman. Zum
Beispiel: Die Beschreibung des Weihnachtsmarktes wurde für Kritiker als
zu lang empfunden. Aber für Leute, die es mochten, war es eine detaillierte
Beschreibung, die dazu führt, dass man sich besser
in die Zeit und Situation hineinversetzen kann.

Q: Wirst du mehr Bücher dieser Art schreiben?

BERT: Ich beschäftige mich schon seit langem mit dem Thema
„Ergot/Ergotism“, also dem „Antoniusfeuer“, einer rätselhaften Krankheit die
im Mittelalter sehr viele Opfer gefordert hat. Aber selbst im frühen 19. Jahr-
hundert gab es z.B. in Frankreich und Russland weitere Ausbrüche mit vielen
Opfern. 
Ohne gross auf Details einzugehen und um es einfach zu sagen: Es handelt
sich um eine Art Schimmel im Roggen, der verschiedene Effekte auf Menschen
hat. Vom Wahnsinn bis zum Abfaulen der Extremitäten, der Veitstanz...
ja, sogar die Pest wurde schon oft mit dem Antoniusfeuer verwechselt. 

Aussderm arbeite ich seit an einem Buch über die Jugendjahre des
Schriftstellers Miguel Cervantes de Saavedra, der wohl eines der
berühmtesten Werke der Weltliteraur geschrieben hat: "Don Quixote".
Bevor Cervantes zur Feder griff, war er Soldat, der in der Seeschlacht von
Lepanto (7. Oktober 1571) kämpfte und schliesslich als Sklave in Algier endete.
Meine Geschichte handelt von seiner Zeit in Algier.